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Vergiftungen

Entlang der Pfade im Wald, am Straßenrand oder auf der Koppel wächst einiges, was ein Pferd interessiert. Vor allem bei einer kleinen Pause, nutzen Pferde häufig die Gelegenheit, an Pflanzen am Wegesrand zu knabbern. Eine kleine Unaufmerksamkeit des Reiters genügt, damit ein Pferd solche Pflanzen rupfen können. Teilweise geschieht dies auch unbemerkt.

Gefährlich wird es, wenn es sich dabei um eine Giftpflanze handelt. Es ist mit Sicherheit ein Vorteil für jeden Reiter, sich botanische Grundkenntnisse anzueignen. Dadurch könnten giftige Pflanzen identifiziert und das Pferd vor dem Fressen dergleichen gehindert werden. Vor allem Alkaloide (stickstoffhaltige organische Verbindungen) wirken sich auf den tierischen und menschlichen Organismus aus.

Hier eine Liste von Pflanzen, die für ein Pferd giftig sind:

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Buchsbaum (Buxus sempervirens)

Diese immergrüne Pflanze zählt zu den beliebtesten Bäumen und werden gerne für Hecken und in Gärten / Vorgärten gepflanzt. Der Buchsbaum kann zu ernsthaften Vergiftungen führen, weil er eine ganze Reihe von Alkaloiden enthält. Diese wirken bei einem Verzehr zunächst anregend. In der Folge kommt es jedoch zu Lähmungen und Blutdrucksenkung. Ebenso können Übelkeit, Benommenheit, Delirium und Krämpfe auftreten. Gleichzeitig wird dem Buchsbaum eine heilende Wirkung nachgesagt. Je geringer das Körpergewicht, desto schneller ist die tödliche Dosis bei Mensch und Tier erreicht.

Goldregen / Goldrausch

Hierbei handelt es sich um einen Strauch mit überreichen gelben Blüten. Häufig wird auch der Ausdruck Gemeiner Goldregen (Laburnum anagyroides) verwendet. Weitere Synonyme sind Bohnenbaum und Gelbstrauch. Diese Pflanze verzaubert im Frühjahr mit strahlend gelber Blütenfülle, doch nichtsdestotrotz ist der Goldregen giftig. Das in der Pflanze enthaltene Cystin verursacht kurz nach der Aufnahme Symptome wie brennender Rachen, Durst, Zittern, Übelkeit Magenschmerzen bis hin zu Halluzinationen, Krämpfen und Lähmungen.

Osterluzei / Wolfskraut

Dieses Kraut wurde in früheren Zeiten bei der Wolfsjagd eingesetzt. Es handelt sich hier um eine alte Heilpflanze, welche jedoch sehr giftig ist (Aristolochia clematitis). Die Pflanze fällt durch kleine gelbe Blüten mit großen, rundlichen Blättern auf. Ihre Hauptblütezeit ist im Mai und Juni.

Eibe

Die Eibe (Taxus baccata) ist außerordentlich vielseitig. Sowohl die Verwendung als frei wachsender Baum für die Einzelstellung, als auch für Hecken und jegliche Art von Formgehölzen ist möglich. Die Erscheinungsform reicht von Nadelstrauch bis hin zu einem kleinen Baum. Jedoch sind die Nadeln hochgiftig. Bereits eine Handvoll stellt für Pferde eine tödliche Dosis dar.

Fingerhut

Zunächst sind die verschiedenen Sorten, nämlich großblütig, gelb oder rot, zu erwähnen. Generell handelt es sich dabei um große, nach unten geneigte Kelchblüten an Stauden, die häufig im Wald zu finden sind. Die Blütezeit ist vor allem im Hochsommer. Durch seine prächtige Erscheinung können Pferde regelrecht angelockt werden. Aufgrund seiner starken Giftigkeit wird davon abgeraten, diese Pflanzen im Garten zu setzen. Die Pflanzenteile haben einen stark bitteren Geschmack, insofern kommt es nur selten zu ernsthaften Vergiftungen.

Robine / Silberregen / Scheinakazie

Bei dieser Pflanze handelt es sich um einen schönen Baum mit skurrilem Wuchs. Nicht umsonst ist hier die Rede von einer Scheinakazie (Robinia pseudoacacia). Vor allem Kugelrobinien schmücken mit ihrem gefiederten Laub sonnige Plätze. Die Blütezeit ist in den Monaten Mai bis Juni. Diese Pflanze wird als stark giftig eingestuft.

Eisenhut / Wolfswurz / Helmgiftkraut

Schon seit langer Zeit hat der Eisenhut (Aconitum) einen festen Platz in Bauerngärten. Je nach Art präsentiert sich diese Pflanze zwischen Frühsommer und Herbst mit seinen hübschen Blüten. Früher wurde das Gift des Eisenhuts dazu verwendet, um Pfeilspitzen zu präparieren. Nach intensivem Hautkontakt mit dem Pflanzensaft sind Symptome wie vorübergehende Taubheit und Übelkeit möglich. Auch, wenn der Eisenhut wunderschön ist, sollte er nicht an Stellen gepflanzt werden, die zugänglich für Kinder und Tiere sind.

Herbstzeitlose

Ein tödliches Gift aus der Natur. Egal ob Mensch oder Tier, der Verzehr dieser Pflanze ist tödlich. Aufgrund der Giftigkeit ist diese Pflanze nicht gern auf Weideflächen gesehen. Im Frühjahr ist die beste Zeit, um diese Pflanze zu bekämpfen. 2010 wurde die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Adonisröschen

Diese Staude, mit runden, gelben, gezackten Blüten blüht von Februar bis April. Sie wird als winterhart und giftig eingestuft. Das Adonisröschen (Adonis amurensis, Adonis davurica) stammt ursprünglich aus Japan, China, Korea und Ostsibirien. In der freien Natur ist diese Pflanze mittlerweile sehr selten und deswegen auch dem Naturschutz unterstellt.

Jakobskreuzkraut / Krötenkraut / Spinatkraut

Eine typische Wiesenpflanze mit runden gelben Blüten. Hier ist besondere Vorsicht geboten. Vor allem in Nordrhein-Westfalen hat sich diese Giftpflanze ausgebreitet. Sogar die Landwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen empfiehlt einige Maßnahmen, um der Ausbreitung Herr zu werden. Die Gefahr von Jakobskreuzkraut (Jacobaea vulgaris) ist nicht zu unterschätzen, sogar chronische Erkrankungen können bei einer Vergiftung die Folge sein. Vor allem Pferde reagieren besonders empfindlich.

Schöllkraut

Die Blütezeit ist von Mai bis Oktober. Die kleinformatigen gelben Blüten besitzen lediglich vier Blütenblätter. Das Schöllkraut (Chelidonium majus) wird in der heutigen Medizin gegen Krämpfe im Bereich des Magen-Darm-Tracktes angewendet. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn Leberschäden können die Folge sein. Für Tiere ist frisches Schöllkraut sehr giftig. Typische Symptome sind Benommenheit, Krämpfe, Bradykardie, Hypertonie, Herzrhythmusstörungen und Schock. Aufgrund des unangenehmen Geschmacks der Pflanze sind Vergiftungen eher selten.

Liguster

Kaum eine Heckenpflanze ist so robust und anpassungsfähig wie der Liguster (Ligustrum). Vor allem im Winter bleibt diese Pflanze länger grün und wird daher gerne als Zierpflanze im Garten eingesetzt. Die Blüten erscheinen im Juni. Die Rinde der Triebe ist auffallend hellgrau. Diese Pflanze, mit kleinen gelblichweißen Blüten verbreitet einen intensiven Duft. Die Früchte (schwarze Beeren) werden gerne von den Vögeln gefressen. Sowohl in den Blättern, als auch in den Beeren ist eine giftige Substanz enthalten, welches zu Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen führt. Bereits 100 g dieser Substanz soll für Pferde bereits tödlich sein.

Wasserschierling

Hierbei handelt es sich um ein Sumpfwiesengewächs mit verzweigten Gruppenstauden und weißen Blüten. Beim Verzehr der Knollen, welche stark giftig sind, entsteht Atemlähmung, wodurch der Tod eintritt. Der gelbliche Saft der Pflanze verfärbt sich an der Luft orangegelb der sich zunehmend braun verfärbt. Sein Geruch ist sellerieartig. Vor allem in der Wurzel ist das hochgiftige Cicutoxin enthalten. Das Gift wirkt bereits in kleinsten Dosen (2 – 3 g).

Maiglöckchen

Mit seinen schneeweißen und wohlriechenden Blüten begrüßt das Maiglöckchen (Concallaria majalis) den Frühling. Es hat markante lange Blätter, die fast stiellos senkrecht nach oben wachsen. Obwohl diese Pflanze stark giftig ist, findet sie in der Medizin ihren Platz. Nach Rücksprache mit einem Arzt können die Präparate aus den getrockneten, oberirdischen Pflanzenteilen bei Erkrankungen des Herzens eingenommen werden. Hinsichtlich Toxizität ist darauf zu achten, dass weder Kinder noch Tiere das Blumenwasser trinken, weil die giftigen Inhaltsstoffe der Pflanze nach einiger Zeit in das Wasser übergehen.

Tollkirsche

Dieses Nachtschattengewächs in Strauchgröße dürfte wohl eine der bekanntesten Giftpflanzen sein. Die Tollkirsche (Atropa belladonna) fällt durch die meist schwarzen, kirschfruchtähnlichen Beerenfrüchten auf. Sie wurde 2020 zur Giftpflanze des Jahres gewählt. In der Frucht ist überwiegend das Alkaloid Atropin enthalten, dagegen überwiegt in den Blättern das Hyoscyamin. Durch die Aufnahme kommt es, abhängig von der Dosis, zu allgemeiner Erregung und körperliche Unruhe, aber auch zu starker Verwirrtheit, Krämpfen und Tobsuchtsanfällen. In der Folge kommt es häufig zu Lähmungen. Durch die Atemlähmung tritt der Tod ein.

Schwarzes Bilsenkraut / Hexenkraut

Bilsenkraut (Hyposcyamus niger, Solanaceae) ist eine Giftpflanze und enthält, wie andere Mitglieder der Nachtschattengewächse stark wirksame Tropanalkaloide. Die Auswirkungen erstrecken sich auf das Nervensystem, bestimmte unwillkürliche Funktionen werden aufgehoben. Die Giftigkeit ist als sehr hoch eingestuft. Trotz ihrer Toxizität wurde diese Pflanze lange Zeit als Heilpflanze in der antiken Medizin verwendet. Noch heute steht die krampflösende und beruhigende Wirkung im Vordergrund. Bei Überdosierung sind schwere Vergiftungen die Folge.